ISIN
Internationale Kennnummer, die ein Wertpapier eindeutig bestimmt: Jede Emission hat ihre eigene.
Die ISIN ist die internationale Wertpapierkennnummer: eine alphanumerische Zeichenfolge fester Länge, die einer konkreten Emission zugeteilt wird und sie bis zur Fälligkeit oder Annullierung begleitet. Sie ist weder der Name des Wertpapiers noch sein Börsenkürzel, sondern ein Buchungsschlüssel, an dem Verwahrstellen, Clearing- und Abwicklungssysteme, Registerführer und die Buchungssysteme der Broker die Emission erkennen – auch außerhalb des Landes, in dem sie begeben wurde.
Wie der Code aufgebaut ist
Der Code beginnt mit dem Buchstabenkürzel des Landes, in dem die Emission registriert ist. Darauf folgt der nationale Teil, den die nummernvergebende Stelle dieses Landes zuteilt, und den Abschluss bildet eine Prüfziffer, die aus den vorangehenden Zeichen berechnet wird. Die Prüfziffer ist kein Zierrat: Sie sorgt dafür, dass ein Tippfehler im Auftrag nicht als fremder, aber tatsächlich existierender Code durchgeht. Die Vergabe des Codes selbst hat mit der Börse nichts zu tun: Ihn tragen auch Emissionen, die nie in den Handel gekommen sind, während das Listing und die Zulassung zum Handel in eigenen Verfahren und erst später erfolgen. Für russische Emissionen vergibt der russische Zentralverwahrer NRD den nationalen Teil, und genau dieser Code wird zum Bezugspunkt in der gesamten Verwahr- und Buchungsinfrastruktur – vom Eintrag bei der Verwahrstelle bis zur Zeile im Depotauszug.
Wo der Code anstelle des Namens gilt
Der Ticker ist für den Menschen bequem, der Code für das System. Wird ein Wertpapier von einem Broker zum anderen übertragen, so wird der Depotübertrag anhand des Codes und nicht anhand des Namens ausgeführt: Übereinstimmende Namen retten die Anweisung nicht, ein abweichender Code hält sie auf. Die Wertpapierkarte auf der Plattform zeigt das vertraute Kürzel, doch dahinter steht eine konkrete Emission mit ihrem eigenen Code:
Was der Code nicht verrät
Der Code beantwortet die Frage „Welches Wertpapier ist das?“, schweigt aber über dessen Bedingungen. Aus ihm lassen sich weder die Laufzeit noch der Zinssatz noch die Abrechnungswährung ablesen – ein Wertpapier mit dem Code eines Landes kann durchaus in einer anderen Währung abgerechnet werden. Daher rührt eine häufige Verwechslung: Das Länderkürzel am Anfang des Codes wird als Hinweis darauf gedeutet, wo und in welcher Währung die Abrechnung stattfindet.
Die zweite Falle sind Wertpapiere, die wirtschaftlich zusammenhängen, buchungstechnisch aber nicht identisch sind. Ein Hinterlegungsschein und die ihm zugrunde liegende Aktie sind getrennte Wertpapiere mit getrennten Codes. Deshalb findet der Inhaber nach der Umwandlung der Hinterlegungsscheine eine andere Kennnummer in seinem Depot vor, obwohl sich sein Anteil am Unternehmen nicht verändert hat. Ebenso verhält es sich bei der Ersetzung und beim Split von Emissionen: Eine Umbenennung des Emittenten berührt den Code nicht, eine neue Emission aber bedeutet stets einen neuen Code.
So lesen Sie den Wert
Ein und derselbe Emittent hat mitunter Dutzende Emissionen mit nahezu gleichlautenden Namen. Am Namen lassen sie sich nicht unterscheiden, am Code dagegen schon.