MACD
Indikator für die Konvergenz und Divergenz gleitender Durchschnitte.
MACD ist ein Instrument der technischen Analyse. Er misst den Abstand zwischen einem schnellen und einem langsamen Durchschnitt des Kurses und zeigt, ob sich eine Bewegung beschleunigt oder an Kraft verliert. Laufen die Durchschnitte auseinander, gewinnt der Trend an Stärke; nähern sie sich einander an, lässt der Impuls nach. Die MACD-Linie ist genau dieser Abstand. Über ihr wird eine geglättete Signallinie gezeichnet, und an den Schnittpunkten beider Linien liest der Trader den Indikator ab.
Wie der Indikator aufgebaut ist
Grundlage ist der gleitende Durchschnitt: Der schnelle reagiert stärker auf frische Kurse, der langsame folgt der Bewegung mit Verzögerung. Ihre Differenz schwankt um die Nulllinie. Oberhalb von null verläuft der schnelle Durchschnitt über dem langsamen, die jüngsten Kurse liegen also über den früheren. Die Indikatorperiode bestimmt das gesamte Verhalten der Linie: Kürzere Einstellungen erzeugen mehr Schnittpunkte und mehr Rauschen, längere liefern seltene und verspätete Signale. Die dritte Komponente, die Signallinie, ist eine Glättung der MACD-Linie selbst, deshalb hinkt ein Schnittpunkt mit ihr formal noch stärker hinterher. Das Histogramm stellt den Abstand zwischen der Linie und dem Signal dar: Schrumpft es, verliert der Impuls an Kraft; kreuzt es die Nulllinie, hat das Vorzeichen der Differenz gewechselt. Im Kern ist MACD eine Kreuzung gleitender Durchschnitte, die aus dem Kursbild in ein eigenes Fenster verlegt wurde – dort lässt sich der Impuls selbst besser erkennen als sein Niveau.
Ein Beispiel im Chart
Öffnen Sie den Jahreschart eines rege gehandelten Wertpapiers und vergleichen Sie Phasen des Anstiegs und des Rückgangs mit dem Verhalten des Indikators: In langen, gerichteten Abschnitten entfernt sich die Linie von der Nulllinie und bleibt auf einer Seite, in zähen Seitwärtsphasen pendelt sie hektisch um sie herum.
Wo er falsch gelesen wird
Der häufigste Fehlschluss besteht darin, MACD für eine Prognose zu halten. Er beruht vollständig auf vergangenen Kursen und ist deshalb ein nachlaufender Indikator; ein Schnittpunkt der Linien hält einen Impulswechsel fest, der sich im Chart bereits vollzogen hat. Der zweite Fehler liegt darin, einen weiten Ausschlag der Linie von der Nulllinie mit einer Überhitzung des Marktes zu verwechseln: Die Skala des MACD ist nicht normiert und hat keine Grenzen, daher lässt sich mit ihm eine überkaufte Lage nicht bestimmen – anders als mit dem RSI. Schließlich wird eine Divergenz zwischen Kurs und Indikator oft als sichere Trendwende gedeutet, obwohl sie nur auf einen nachlassenden Impuls hinweist und bestehen bleiben kann, während sich der Kurs weiter in die bisherige Richtung bewegt.