Geldmenge und Liquidität: Warum Geld nicht sofort zu Inflation wird
5 Min. · für Einsteiger
Automatisch erstellter Beitrag · Redaktion TradeAlmanacDer Entwurf wurde von einem Sprachmodell anhand der Daten der Plattform erstellt; ein Redakteur hat ihn nicht gelesen.
Ein Zuwachs der Geldmenge schlägt sich erst dann in steigenden Preisen nieder, wenn das neue Geld von Hand zu Hand zu wandern beginnt und auf ein Warenangebot trifft, das nicht Schritt hält. Solange das Geld auf Konten liegt, alte Schulden tilgt oder in langfristige Ersparnisse fließt, erhöht es zwar die Statistik der Geldmenge, schafft aber keine Nachfrage, auf die ein Verkäufer mit dem Preisschild antwortet. Liquidität ist ohnehin eine andere Dimension: Es geht nicht darum, wie viel Geld existiert, sondern darum, ob sich jetzt sofort bezahlen lässt, ohne einen Vermögenswert mit Abschlag zu verkaufen. Im System kann viel Geld vorhanden sein, während einer bestimmten Bank, einem bestimmten Unternehmen oder einem bestimmten Markt die Liquidität fehlt. Daher rührt die ganze Verwirrung: Die zwei Kennzahlen messen Verschiedenes, werden in den Nachrichten aber fast gleich benannt.
Geldbasis und Geldmenge: Wer schafft wen
Die Geldbasis besteht aus Verbindlichkeiten der Zentralbank: dem Bargeld im Umlauf und den Guthaben der Banken auf ihren Konten bei der Zentralbank. Die Geldmenge ist weiter gefasst: Zum Bargeld kommen die Guthaben der Kunden auf Konten bei den Geschäftsbanken hinzu. Der Unterschied ist grundlegend, denn den größten Teil der Geldmenge schaffen nicht die Druckerpressen, sondern der Kredit.
Wenn eine Bank ein Darlehen vergibt, holt sie keine Banknoten aus dem Tresor – sie schreibt den Betrag dem Konto des Kreditnehmers gut. Im selben Augenblick entstehen sowohl ein Aktivposten der Bank (die Forderung gegenüber dem Kreditnehmer) als auch neues Geld in der Volkswirtschaft. Wird der Kredit getilgt, verschwindet das Geld wieder: Der Kontostand sinkt, die Forderung erlischt. Die Geldmenge ist kein Behälter mit festem Füllstand, sondern die Differenz zwischen dem Tempo der Kreditvergabe und dem Tempo der Tilgung, ergänzt um den Haushalts- und den Außenhandelskanal. Deshalb kann die Geldmenge bei unveränderter Geldbasis wachsen und bei wachsender Geldbasis auf der Stelle treten.
Warum ein neuer Rubel nicht zwangsläufig zum Preis wird
Zwischen dem Zuwachs der Geldmenge und der Inflation stehen mehrere Filter.
Die Umlaufgeschwindigkeit. Die Preise bewegt nicht der Bestand an Geld, sondern der Strom der Zahlungen. Bleibt der Zuwachs in den Ersparnissen – als Termineinlage, als Kauf von Schuldtiteln, als Rückkauf eigener Schulden –, ändert sich dieser Strom nicht. Ein Rückgang der Umlaufgeschwindigkeit kann fast den gesamten Zuwachs der Geldmenge aufzehren.
Wer das Geld erhalten hat. Ein Zuwachs, der bei jenen landet, die zum Sparen neigen, verhält sich anders als ein Zuwachs, der bei jenen landet, die von Zahlung zu Zahlung leben. Ein und dasselbe Aggregat ergibt je nach Struktur der Empfänger eine unterschiedliche Nachfrage.
Was mit dem Angebot geschieht. Wenn Produktion und Importe auf die Nachfrage reagieren, fließt das Geld in die Mengen und nicht in den Preisaufschlag. Sind Kapazitäten und Logistik dagegen an ihre Grenze gestoßen, entlädt sich dieselbe Nachfrage in den Preisen.
Wohin das Geld abfließt. Der Zuwachs kann sich statt im Warenkorb der Verbraucher in den Preisen von Vermögenswerten niederschlagen: bei Immobilien, Aktien, Schuldinstrumenten. Die Statistik der Verbraucherpreisinflation sieht das nicht, obwohl das Geld arbeitet.
Liquidität: Geldbestand gegen Zahlungsfähigkeit
Unter Liquidität versteht man mindestens drei verschiedene Dinge, und man sollte sie nicht vermengen.
Die Liquidität des Bankensektors – das sind die Guthaben der Banken bei der Zentralbank und ihre Fähigkeit, den Zahlungsverkehr abzuwickeln und die aufsichtsrechtlichen Kennziffern einzuhalten. Ein Überschuss oder ein Defizit dieser Liquidität bestimmt, wo die kurzfristigen Interbankensätze im Verhältnis zum Leitzins liegen.
Die Liquidität eines Unternehmens – das ist die Fähigkeit, Verbindlichkeiten aus den laufenden Einnahmen und den verfügbaren Kreditlinien zu bedienen und nicht aus dem Ausverkauf von Vermögen.
Die Liquidität des Marktes – das ist die Möglichkeit, ein Wertpapier schnell und ohne spürbaren Abschlag beim Kurs zu kaufen und zu verkaufen. Ausführlicher wird dieser Aspekt im Beitrag darüber, dass man Liquidität erst bemerkt, wenn sie zu Ende geht, behandelt.
Die entscheidende Unterscheidung: Die Geldmenge ist eine angesammelte und träge Größe, Liquidität ist eine Eigenschaft des Augenblicks. Liquiditätskrisen treten genau dann ein, wenn formal genügend Geld vorhanden ist, es sich aber nicht dort befindet, wo es gebraucht wird, und nicht bei denen, die es brauchen.
Wo der Anleger das im Orderbuch sieht und nicht in der Theorie
Der ehrlichste Indikator bleibt die Renditekurve der Staatsschulden: Gerade bei den Renditen der OFZ spiegelt das kurze Ende den tatsächlichen Preis des Geldes im System wider, das lange Ende dagegen die Erwartungen an Inflation und Zins. Eine Umkehr der Neigung zeigt einen Regimewechsel früher an, als die Kommentare ihn einräumen.
Unternehmensschulden fügen eine zweite Ebene hinzu – die Prämie für das Risiko und für die Liquidität des Papiers selbst: Der Unterschied wird sichtbar, wenn man den Anleihemarkt als Ganzes betrachtet und nicht einzelne Emissionen. Am Aktienmarkt zeigen sich die monetären Bedingungen über die Refinanzierungskosten und über die Neubewertung künftiger Zahlungsströme, nicht unmittelbar über die Aggregate. Zinsentscheidungen, Veröffentlichungen der Statistik und Kommentare der Zentralbank erscheinen im Nachrichtenticker und im Ereigniskalender – es lohnt sich, sie paarweise zu lesen: die Tatsache plus die Reaktion der Kurve.
Wann der Zusammenhang doch schnell greift
Die Filter versagen, wenn mehrere Bedingungen zusammentreffen: Das Angebot ist begrenzt, der Kurs der Landeswährung gibt nach, und die Erwartungen haben sich bereits umgestellt. In dieser Konstellation geht der Geldzuwachs fast ohne Verzögerung in die Preise über, weil die Verkäufer ihre Preisschilder im Voraus anpassen und die Käufer sich beeilen. Auch das Umgekehrte gilt: Bei einer Kreditkontraktion kann die Geldmenge schrumpfen, und dann trifft der Mangel an Liquidität die Zahlungen früher, als die Disinflation in der Statistik auftaucht.
Was dieser Beitrag nicht liefert
Hier finden Sie weder historische Zeitreihen noch aktuelle Werte der Aggregate: Solche Größen setzt die Plattform auf den Datenseiten ein und schreibt sie nicht im Text fest. Ebenso fehlt eine quantitative Schätzung der Verzögerung zwischen dem monetären Impuls und den Preisen – sie ist instabil und ändert sich zusammen mit dem Regime der Geldpolitik, sodass jede konkrete Zahl an dieser Stelle erfunden wäre. Die Definitionen der Aggregate und der abgeleiteten Begriffe sind im Glossar zusammengestellt, einschließlich eigener Einträge zur Geldbasis und zur Geldmenge.
Der Entwurf wurde von einem Sprachmodell anhand der Daten der Plattform erstellt; ein Redakteur hat ihn nicht gelesen.
Modell: claude-opus-5
Wie wir Sprachmodelle einsetzenÄhnliche Beiträge
- Währungsposition: Sie haben eine, auch wenn Sie sie nie eröffnet habenDie Währungsposition ist die Empfindlichkeit Ihres Portfolios gegenüber dem Wechselkurs, nicht die Menge an Fremdwährung auf dem Konto.
- Einlage gegen Anleihe: nicht ein und dasselbe bei ähnlicher RenditeWenn der Zinssatz einer Einlage und die Rendite einer Anleihe bis zur Fälligkeit fast gleich aussehen, sind sie nur auf dem Papier gleich.
- Beschränkungen und Infrastrukturrisiko: Worin es sich vom Marktrisiko unterscheidetDas Marktrisiko ist ein Kursrisiko: Der Vermögenswert bleibt Ihrer, ist aber weniger wert.
- Handelsmodi: Warum ein Wertpapier mehrere Kurse hatEin Wertpapier hat mehrere Kurse, weil der „Kurs“ immer der Kurs eines Geschäftsabschlusses ist und Abschlüsse in ein und demselben Wertpapier in verschiedenen Handelsmodi zustande kommen.