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Wie man die Gewinn- und Verlustrechnung liest

6 Min. · für Einsteiger

Automatisch erstellter Beitrag · Redaktion TradeAlmanacDer Entwurf wurde von einem Sprachmodell anhand der Daten der Plattform erstellt; ein Redakteur hat ihn nicht gelesen.

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Wie man die Gewinn- und Verlustrechnung liest — Grundlagen der Geldanlage

Die Gewinn- und Verlustrechnung liest man nicht von oben nach unten, sondern an den Nahtstellen: zwischen Umsatz und Herstellungskosten, zwischen Betriebsergebnis und Nettogewinn, zwischen dem Nettogewinn und jenem Teil davon, der den Aktionären der Muttergesellschaft zusteht. Für sich genommen sagen die Zeilen fast nichts aus – aussagekräftig sind die Differenz zwischen ihnen und der Vergleich mit dem gleichen Zeitraum des Vorjahres. Im Folgenden geht es darum, worauf Sie an jeder Nahtstelle achten sollten, wo die Rechnung per Definition keine Antwort gibt und wo Sie die Antwort stattdessen finden.

Was die Rechnung zeigt und was in ihr fehlt

Die Gewinn- und Verlustrechnung hält die Abgrenzungen eines Zeitraums fest: Der Umsatz wird dann erfasst, wenn die Verpflichtung gegenüber dem Käufer erfüllt ist, und nicht dann, wenn das Geld eingegangen ist. Deshalb kann ein profitables Unternehmen ohne Geld dastehen, während ein defizitäres einen Cashflow erwirtschaftet. Das ist kein Mangel der Form, sondern ihr Aufbau: Die Bewegung der Zahlungsmittel steht in einem anderen Bericht, und der Abgleich des Gewinns mit ihm ist ein Pflichtteil der Lektüre. Ausführlich wird diese Lücke im Beitrag über die Kapitalflussrechnung behandelt.

Außerdem zeigt die Rechnung keinen Bestand: Sie handelt vom Strom über den Berichtszeitraum und nicht vom Zustand zu einem Stichtag. Schulden, Vorräte, Guthaben auf den Konten – das ist die Bilanz. Aus der Gewinn- und Verlustrechnung lässt sich nicht ablesen, womit das Unternehmen seinen Kredit bedienen wird.

Schritt 1. Umsatz: Woher er kommt und womit man ihn vergleicht

Die Umsatzzeile ist eine Summe, keine Tatsache. Wichtiger ist, woraus sie sich zusammensetzt: Preis, Volumen, Wechselkurs, Konsolidierungskreis. Ein Umsatzanstieg bei sinkenden Volumina bedeutet, dass der Preis oder die Abschwächung des Rubels gewirkt hat, und ein solcher Anstieg wiederholt sich nicht von selbst. Die Aufschlüsselung steht in der Segmentberichterstattung und im Anhang – genau dort ist zu erkennen, welche Sparte den Zeitraum getragen hat.

Vergleichen sollten Sie mit dem gleichen Zeitraum des Vorjahres und nicht mit dem vorangegangenen Quartal: Bei den meisten russischen Emittenten – vom Einzelhandel bis zur Energiewirtschaft – ist die Saisonalität fest im Jahr verankert. Der Vergleich von Quartal zu Quartal zeigt die Saison und nicht die Entwicklung des Unternehmens.

Schritt 2. Vom Umsatz zum Betriebsergebnis

Nach Abzug der Herstellungskosten ergibt sich der Bruttogewinn – der Test darauf, ob das Unternehmen mit dem Produkt selbst Geld verdient. Darunter folgen die Vertriebs- und Verwaltungskosten: Das ist der Test darauf, was es kostet, das Produkt zu verkaufen und die Organisation zu unterhalten. Wenn der Bruttogewinn steigt und das Betriebsergebnis sinkt, liegt das Problem nicht im Markt, sondern in den Kosten für Verwaltung und Vertrieb.

Das Betriebsergebnis ist die „ehrlichste“ Zeile für den Vergleich von Unternehmen untereinander: Es ist noch nicht durch die Schuldenstruktur, durch Währungsumbewertungen und durch steuerliche Besonderheiten verzerrt. Die Wertpapierkarte {{instrument:SBER}} und die Zusammenstellung der Berichte im Bereich Finanzberichte erlauben es, diese Zeile über mehrere Zeiträume hintereinander abzurufen und einen Trend zu sehen statt eines einzelnen Punktes.

Schritt 3. Unterhalb der operativen Zeile: Finanzen, Wechselkurse, Wertminderungen

Hier stehen die Posten, die den Vergleich der Jahre zunichtemachen: Zinsaufwendungen, Währungsdifferenzen, Wertminderungen von Vermögenswerten, das Resultat aus dem Abgang von Beteiligungen, der Anteil am Gewinn assoziierter Unternehmen. Gemeinsam ist ihnen, dass sie selten mit der operativen Arbeit des Zeitraums zusammenhängen.

Schritt 4. Der Nettogewinn und wem er zusteht

Im Konzernabschluss wird der Nettogewinn aufgeteilt in den Teil, der auf die Aktionäre der Muttergesellschaft entfällt, und den Anteil nicht beherrschender Gesellschafter. Für die Dividenden und für den Gewinn je Aktie zählt der erste. Bei Holdings mit Tochtergesellschaften kann der Unterschied zwischen dem Gesamtbetrag und dem „Anteil der Aktionäre“ erheblich sein, und die Multiplikatoren werden gerade auf Basis des Aktionärsanteils berechnet – das betrifft sowohl die Fundamentalanalyse als auch eine Kennzahl wie 3,71.

Die Dividendenpolitik ist in der Regel entweder an den Nettogewinn nach einem bestimmten Rechnungslegungsstandard oder an den Cashflow gekoppelt. Die nächsten Ausschüttungen und die Berechnungsgrundlage finden Sie im Dividendenkalender: {{dividend_calendar|limit=5}}

Schritt 5. Marge statt absoluter Rubelbeträge

Absolute Gewinnwerte sind zwischen Unternehmen unterschiedlicher Größe und zwischen Jahren mit unterschiedlicher Inflation nicht vergleichbar. Aussagekräftig sind Verhältniszahlen: Bruttomarge, operative Marge, Nettomarge. Ihre Entwicklung beantwortet die Frage, ob das Unternehmen effizienter geworden ist – während ein Anstieg des Gewinns in Rubel schlicht ein Anstieg der Preise sein kann. Bei {{instrument:LKOH}} und bei jedem Unternehmen mit Umsatz in Fremdwährung trennt die Marge zudem den Wechselkurseffekt vom operativen Effekt.

EBITDA: die Zeile, die es nicht gibt

EBITDA kommt in der Rechnung nicht vor. Es handelt sich um eine rechnerische Größe, und jedes Unternehmen ermittelt sie nach seiner eigenen Methodik, die in der Pressemitteilung offengelegt wird: Die einen klammern Wertminderungen aus, andere die Aufwendungen für Optionsprogramme, wieder andere bereinigen um einmalige Posten. Das EBITDA zweier Emittenten ohne Abgleich der Definitionen zu vergleichen, ist nicht zulässig. Wenn ein Analyst einen Multiplikator auf das EBITDA bezieht, lohnt es sich zu prüfen, wessen EBITDA das ist – das des Unternehmens oder das des Analysten selbst; dazu gibt es den Beitrag Wie man Analystenberichte liest.

Sonstiges Gesamtergebnis und Veränderungen des Eigenkapitals

Unter dem Nettogewinn folgt das sonstige Gesamtergebnis: Umbewertungen, die nicht in den Gewinn eingeflossen sind. Es erklärt, warum sich das Eigenkapital nicht um den Betrag des Gewinns verändert hat – und das vollständige Bild liefert die Eigenkapitalveränderungsrechnung, in der sowohl die gezahlten Dividenden als auch der Aktienrückkauf zu sehen sind.

Konsolidierungskreis und Zeitraum: Was womit verglichen wird

Vergewissern Sie sich vor dem Vergleich, dass drei Dinge übereinstimmen: der Standard (IFRS oder RAS), der Konsolidierungskreis und die Art des Zeitraums. Ein Zwischenbericht ist häufig nicht geprüft und kann im Jahresabschluss revidiert werden. Der Kauf oder Verkauf eines großen Vermögenswerts verändert den Konsolidierungskreis, und dann wird das Vorjahr angepasst – oder eben nicht angepasst, und das steht im Anhang. Wo Sie die Originaldokumente statt Nacherzählungen finden, erläutert der Beitrag Wo man Finanzberichte findet.

Wenn die Zeilen aufgehen und die Fragen bleiben

Die Gewinn- und Verlustrechnung beantwortet keine Fragen zur Qualität des Gewinns, zur Tragfähigkeit der Verschuldung und dazu, ob die Zahlungseingänge real sind. Darauf antworten der Anhang, die Kapitalflussrechnung und die Bilanz. Die Lektüre in dieser Reihenfolge – Umsatz, Marge, einmalige Posten, Cashflow – liefert das, was kein Multiplikator für sich allein liefert: das Verständnis dafür, wodurch die Zahlen des Zeitraums zustande gekommen sind und ob sie sich wiederholen werden.

Ein gesonderter Vorbehalt: Aus der Entwicklung eines einzigen Berichtszeitraums zieht man keine Schlüsse über die Attraktivität einer Anlage. Der Zeitraum ist zu kurz, um einen Trend vom Zufall zu trennen, und er wird zu leicht durch einmalige Posten verzerrt.

Zugehörige Instrumente

Nächster Schritt im Lernkurs „Finanzberichte richtig lesen“ · AnalyseKapitalflussrechnung: Warum sie ehrlicher ist als der GewinnDer Gewinn ist ein Urteil, das Geld ist eine Tatsache.Weiterlesen →
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